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LAUNCH Europe vs. LAUNCH Tech China: Wo liegen die Unterschiede bei den Diagnosegeräten?

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LAUNCH ist weltweit bekannt für professionelle Fahrzeugdiagnose. Doch wer sich mit LAUNCH Diagnosegeräten beschäftigt, stößt schnell auf unterschiedliche Geräte, Softwarestände und Produktbezeichnungen. Besonders häufig stellt sich die Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Gerät von LAUNCH Europe und einem Gerät von LAUNCH Tech China?

Die kurze Antwort: LAUNCH Europe und LAUNCH Tech China gehören zum selben globalen LAUNCH Konzern – dennoch sind die für Europa vorgesehenen Produkte nicht einfach mit Geräten für andere Märkte gleichzusetzen.

Für Werkstätten und professionelle Anwender sind vor allem Software, Fahrzeugabdeckung, regionale Anpassungen, Security-Gateway-Zugänge, Service, Garantie und Updates entscheidend.

LAUNCH Europe und LAUNCH Tech China – ein Konzern, unterschiedliche Märkte

Die LAUNCH Tech Co. Ltd. wurde 1992 gegründet und ist der Mutterkonzern der LAUNCH-Gruppe. LAUNCH Europe GmbH wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Kerpen bei Köln. Das Unternehmen ist für den europäischen Markt zuständig.

Das bedeutet: Ein LAUNCH Gerät aus Europa ist kein Produkt eines völlig anderen Herstellers. Die technische Entwicklung und Produktion sind Teil des globalen LAUNCH Konzerns.

Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr darin, für welchen Markt ein Produkt entwickelt, angepasst und angeboten wird.

LAUNCH Europe beschreibt beispielsweise ausdrücklich, dass Produkte für den europäischen Markt konfiguriert werden. Dabei werden unter anderem Sprachen, Anforderungen und Standards der jeweiligen Länder berücksichtigt.

 

1. Gleicher Hersteller bedeutet nicht automatisch gleiche Software

Ein häufiger Irrtum ist:

„Wenn auf beiden Geräten LAUNCH steht und die Hardware ähnlich aussieht, müssen beide Geräte auch genau dasselbe können.“

Das ist nicht zwingend der Fall.

Bei modernen Diagnosegeräten besteht ein großer Teil der eigentlichen Leistungsfähigkeit aus der Software und den dahinterliegenden Datenbanken und Online-Diensten.

Je nach Markt können sich deshalb beispielsweise unterscheiden:

  • Fahrzeugabdeckung
  • verfügbare Diagnosefunktionen
  • Servicefunktionen
  • Codierungs- und Programmiermöglichkeiten
  • Online-Funktionen
  • Security-Gateway-Zugänge
  • Sprachen
  • Softwarepakete
  • Update- und Lizenzmodelle
  • regionale Datenbanken

Gerade deshalb sollte ein Diagnosegerät nicht ausschließlich anhand der Hardware beurteilt werden.

 

2. Europäische Fahrzeuganforderungen im Fokus

LAUNCH Europe richtet seine Produkte gezielt auf den europäischen Werkstattmarkt aus, bietet aber auch Geräte für semi-professionelle Anwender in Europa.

Das betrifft nicht nur die Sprache der Software. Auch die Fahrzeuglandschaft und die Anforderungen europäischer Werkstätten spielen eine wichtige Rolle.

Ein Diagnosegerät für den europäischen Markt muss beispielsweise mit einer sehr großen Zahl europäischer Fahrzeugvarianten umgehen können – von älteren Fahrzeugen bis hin zu aktuellen Modellen mit komplexen Steuergerätearchitekturen.

Für den Anwender bedeutet das: Entscheidend ist nicht, wo das Gerät produziert wurde, sondern für welchen Markt und welche Fahrzeuglandschaft die jeweilige Softwarelösung vorgesehen ist.

 

3. Security Gateway wird immer wichtiger

Ein besonders wichtiger Punkt bei modernen Fahrzeugen ist das Security Gateway (SGW).

Viele Hersteller schützen inzwischen bestimmte Steuergeräte und Diagnosefunktionen vor einem uneingeschränkten Zugriff. Dadurch reicht es bei manchen Fahrzeugen nicht mehr aus, lediglich einen Fehlercode auslesen zu können.

Für bestimmte Funktionen ist eine entsprechende Authentifizierung beziehungsweise Freischaltung erforderlich.

LAUNCH Europe ermöglicht professionellen Anwendern beispielsweise die SGW-Freischaltung für VAG-Fahrzeuge wie Volkswagen, Audi, CUPRA, SEAT, Škoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Das entsprechende SGW-Paket bündelt darüber hinaus weitere Herstellerzugänge.

Das zeigt deutlich, warum regionale Software- und Serviceangebote bei einem modernen Diagnosegerät eine entscheidende Rolle spielen.

 

4. Der Unterschied zeigt sich besonders bei Online-Funktionen

Während klassische Diagnosefunktionen lokal im Fahrzeug durchgeführt werden, benötigen moderne Funktionen teilweise eine Verbindung zu externen Diensten.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Security-Gateway-Freischaltungen
  • Online-Codierungen
  • bestimmte Programmierfunktionen
  • Hersteller-Authentifizierungen
  • Online-Datenbanken
  • Ferndiagnose
  • fahrzeugspezifische Cloud-Dienste

Hier ist es besonders wichtig, dass Gerät, Softwarelizenz und regionaler Servicezugang zusammenpassen.

Ein Gerät, das ursprünglich für einen anderen Markt vorgesehen ist, kann daher nicht automatisch als gleichwertiger Ersatz für ein offiziell für Europa vorgesehenes Gerät betrachtet werden.

 

5. Garantie und technischer Support

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im Service nach dem Kauf.

LAUNCH Europe verfügt über einen eigenen Servicebereich und eine technische Hotline für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Auch die Garantieabwicklung erfolgt über LAUNCH Europe. Für entsprechende Garantieansprüche nennt LAUNCH Europe unter anderem eine 24-monatige Garantie auf Teile ab Kaufdatum, wobei bestimmte Ausschlüsse gelten.

Das ist weder für eine Werkstatt noch für einen Endverbraucher nebensächlich.

Wenn ein Diagnosegerät täglich eingesetzt wird, kann eine schnelle technische Unterstützung wesentlich wichtiger sein als ein vermeintlich günstigerer Anschaffungspreis.

Warum das wichtig ist

Bei einem professionellen Diagnosegerät sollte man nicht nur fragen:

„Was kostet das Gerät?“

Sondern auch:

„Wer unterstützt mich, wenn eine Funktion nicht funktioniert?“

„Welche Software bekomme ich?“

„Welche Updates sind enthalten?“

„Welche Online-Funktionen kann ich nutzen?“

„Wer übernimmt die Garantieabwicklung?“

 

6. Hardware ist nur ein Teil des Diagnosegeräts

Ein modernes Diagnosegerät lässt sich vereinfacht aus drei Bereichen betrachten:

Hardware + Software + Online-Dienste

Die Hardware umfasst beispielsweise:

  • Display
  • Prozessor
  • Speicher
  • VCI
  • Kommunikationsschnittstellen
  • Anschlüsse

Die Software bestimmt dagegen maßgeblich:

  • welche Fahrzeuge erkannt werden
  • welche Steuergeräte angesprochen werden können
  • welche Funktionen zur Verfügung stehen
  • welche Servicefunktionen vorhanden sind
  • welche Codierungen möglich sind

Online-Dienste können wiederum für bestimmte geschützte Diagnosefunktionen notwendig sein.

Deshalb kann es vorkommen, dass zwei Geräte äußerlich sehr ähnlich aussehen, sich in der praktischen Anwendung aber deutlich unterscheiden.

 

7. Auch das Update-Modell sollte verglichen werden

Bei LAUNCH Europe werden verschiedene Software- und Servicepakete angeboten.

Semi-professionelle Geräte gibt es mit einer auf zwei Jahre begrenzten Update-Lizenz, es sind aber auch Geräte mit dauerhaft kostenlosen Updates verfügbar.

Im europäischen X-431-Profi-Programm gibt es unterschiedliche Kombinationen aus Fahrzeugsoftware, CarSET und SGW-Paket. Der aktuelle europäische Produktkatalog zeigt, dass sich die angebotenen Pakete je nach Gerät und Ausstattungsvariante unterscheiden.

Damit wird deutlich:

Nicht jedes LAUNCH Gerät verfügt automatisch über denselben Leistungsumfang.

Beim Kauf sollte deshalb immer geprüft werden:

  1. Welches konkrete Modell wird angeboten?
  2. Für welchen Markt ist es vorgesehen?
  3. Welche Software ist installiert?
  4. Wie lange sind Updates enthalten?
  5. Welche Online-Dienste sind enthalten?
  6. Welche SGW-Funktionen sind verfügbar?
  7. Welche Fahrzeughersteller und Modelle werden unterstützt?
  8. Wie funktioniert die Garantieabwicklung?

 

8. „China-Gerät“ ist nicht automatisch „schlecht“

An dieser Stelle ist eine wichtige Differenzierung notwendig.

Ein Gerät von LAUNCH Tech China ist nicht automatisch ein schlechtes oder minderwertiges Produkt. LAUNCH Tech Co. Ltd. ist der Mutterkonzern und Hersteller der globalen LAUNCH-Produktfamilie.

Das Problem ist vielmehr die Annahme, dass jedes LAUNCH Gerät weltweit exakt denselben Funktionsumfang besitzt.

Produkte werden für unterschiedliche Märkte angeboten und entsprechend angepasst.

Ein Gerät kann deshalb technisch interessant und für einen bestimmten Markt hervorragend geeignet sein – aber trotzdem nicht die optimale Lösung für deutsche oder europäische Fahrzeuge darstellen.

 

9. Worauf sollten Käufer achten?

Wer ein LAUNCH Diagnosegerät kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Modellname, Prozessor, Displaygröße oder Anzahl der Servicefunktionen achten.

Besonders wichtig sind folgende Punkte:

Fahrzeugabdeckung

Wird das konkrete Fahrzeugmodell inklusive Baujahr, Motorisierung und Steuergerätevariante unterstützt?

Software

Welche Softwareversion ist installiert und welche Funktionen sind tatsächlich enthalten?

Updates

Wie lange sind Softwareupdates enthalten und was passiert nach Ablauf?

SGW und Online-Funktionen

Sind die für moderne Fahrzeuge erforderlichen Online- und Security-Gateway-Funktionen verfügbar?

Region

Ist das Gerät für den europäischen beziehungsweise deutschen Markt vorgesehen?

Support

Gibt es einen deutschsprachigen technischen Ansprechpartner?

Garantie

Wer ist für die Garantieabwicklung zuständig?

Zubehör

Sind die benötigten VCI-Module, Adapter und Kabel im Lieferumfang enthalten?

 

10. Fazit: Nicht nur das Gerät vergleichen – das gesamte System

Der wichtigste Punkt lautet:

LAUNCH Europe und LAUNCH Tech China sind keine zwei völlig unabhängigen Hersteller.

LAUNCH Europe ist Teil des globalen LAUNCH Konzerns und für den europäischen Markt zuständig. Gleichzeitig werden Produkte und Software für die jeweiligen Märkte lokalisiert und an regionale Anforderungen angepasst.

Für den Kunden bedeutet das: Ein vermeintlich günstigeres Gerät aus einem anderen Markt sollte nicht allein anhand der Hardware mit einem europäischen Modell verglichen werden.

Entscheidend ist das Gesamtpaket aus:

Hardware + Diagnosesoftware + Fahrzeugabdeckung + Updates + Online-Dienste + Security Gateway + Service + Garantie.

 

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